Unsere Argumente gegen die GroKo
Für ein soziales Berlin statt Schwarz-Rot
Gute Bildung für alle bleibt ein zentraler Pfeiler sozialdemokratischer Politik - die CDU Berlin macht deutlich, dass sie daran kein Interesse hat.
Sicherheit für Alle oder Sicherheit auf Kosten von gesellschaftlichen Minderheiten? Die SPD steht für ersteres, die CDU für zweiteres.
Eine Stadt nur für Autofahrer*innen oder eine gerechte Mobilitätswende für Alle? Die CDU interessiert nur eins: Mehr Parkplätze und neuer Beton! Sieht so eine Stadt der Zukunft aus?
Notwendige Investitionen oder finanzieller Stillstand? Die SPD Berlin möchte Investitionen besonders auch in und nach den aktuellen Krisen schnell ermöglichen - die CDU klammert sich aber an die Schuldenbremse.
Kultur sollte Vielfalt abbilden und für alle gleichberechtigt zugänglich sein - die CDU lehnt das als “Ideologie” oder “Staatskultur” ab. Wollen wir das für die Kulturhauptstadt Berlin?
Berlin braucht eine Verwaltungsreform und mehr Digitalisierung. Dass die CDU Berlin davon aber keinen Plan hat, hat sie 2022 gezeigt, als sie einen 13. Bezirk gefordert hat.
Die Kommerzialisierung des Gesundheitssystems ist gescheitert, es braucht bessere Arbeitsbedingungen und Tarifverträge - die CDU Berlin hat davon noch nichts gehört.
Knapper bezahlbarer Wohnraum, erfolglos auf Wohnungssuche und Angst vor Verdrängung aus dem eigenen Kiez. Mit diesen Ängsten sind auf dem überhitzten Wohnungsmarkt in Berlin viele Berliner\*innen tagtäglich konfrontiert. Die SPD Berlin will auf diese Herausforderungen konkrete Lösungen finden, damit Berlin für alle bezahlbar ist und bleibt. Was die CDU Berlin will? Berlin weiter an große Immobilienkonzerne verkaufen und dem Land die letzten Instrumente zur Regulierung des Wohnungsmarktes aus der Hand nehmen.
Berlin ist eine Stadt für Alle und soll es auch bleiben - die CDU setzt aber auch hier lieber auf Spaltung und fragt nicht nur gerne nach Vornamen, sondern auch nach der vermeintlichen Integration von Menschen, die ihr ganzes Leben schon in Deutschland leben.
Eine nachhaltige Stadt oder null Transformation? Die CDU hat keinen realistischen Klimaplan für Berlin. Die SPD hingegen denkt Klima nicht nur grün, sondern auch sozial - für ein Berlin von morgen. Die CDU Berlin steckt hingegen im Vorgestern fest.
Familienpolitik ist eine Querschnittsaufgabe und muss generationenübergreifend gedacht werden. Als Sozialdemokrat*innen haben wir das Ziel, dass alle Kinder gut und gleichwertig aufwachsen können. Für die CDU bedeutet es vor allem die Bewahrung der “klassischen Familie” aus Vater, Mutter, Kind.
Für uns steht fest, dass ein gutes Studium und zugängliche Wissenschaft für alle nur durch eine Unterstützung von Lehre und Forschung in allen Bereichen möglich ist - ohne prekäre Arbeitsbedingungen oder Kettenbefristungen. Für die CDU hingegen bedeutet Hochschulpolitik, die Spitze zu fördern, die Breite zu vernachlässigen und die Macht von Professor*innen zu stärken.
Die SPD möchte Sport für alle ermöglichen. Die CDU möchte das bestenfalls nur, wenn es sein muss und wirklich nur, wenn es nicht zu viele Umstände macht und ihrem Klientel nicht in die Quere kommt.
Die CDU Berlin und besonders auch ihr Spitzenkandidat Kai Wegner sind für uns keine geeigneten Koalitionspartner*innen. Wir teilen weder ein Menschen-, noch ein Gesellschaftsbild und schon gar keine gemeinsame Vision von der Stadt. Während wir für Fortschritt, gesellschaftlichen Zusammenhalt und soziale Gerechtigkeit einstehen, setzt die CDU Berlin auf Spaltung. So machen Kai Wegner und seine CDU kontinuierlich Berliner*innen mit Einwanderungsgeschichte für die Probleme dieser Stadt verantwortlich, hetzen Autofahrer*innen gegen die Verkehrswende und stellen sich für einen Ausverkauf der Stadt an die Seite der Immobilienlobby.. Die Erfahrungen der Großen Koalitionen im Bund und auch in Berlin haben uns immer wieder gezeigt, dass die CDU kein Interesse am gesellschaftlichen Fortschritt hat. Zu Recht sind wir stolz auf unsere lange Parteigeschichte, in der wir stets für sozialen Zusammenhalt, gute Arbeit mit Tarifbindung und ein gutes Leben für alle gestritten haben. Diese Punkte, die den Kerninhalt der Sozialdemokratie bilden, teilt die CDU nicht. Das zeigt sich auch in den Wahlprogrammen, die wir hier für euch verglichen haben. So will die CDU beispielsweise die Strafmündigkeit auf 12 Jahre herabsetzen, um Kinder aus bestimmten Familien möglichst früh zu kriminalisieren. Für uns lässt all das nur einen Schluss zu: Wer mit rechtspopulistische Erzählungen und reaktionären Forderungen um Stimmen wirbt, disqualifiziert sich für die SPD als Koalitionspartner.
Die GroKos der letzten 16 Jahre im Bund waren nicht gut für das Land. Trotz guter SPD-Erfolge haben wir uns politisch auf der Stelle bewegt und einen riesigen Modernisierungs- und Reformstau erzeugt, der gerade mühsam von der Ampel-Regierung abgetragen wird. Die CDU war dabei kein verlässlicher Partner: So wurden in der GroKo auf Bundesebene wichtige Projekte wie die Kindergrundsicherung blockiert oder bis zur Unkenntlichkeit abgeschwächt. Verabredete Projekte wie das Demokratiefördergesetz kamen nie. Dafür gab es Asylrechtsschleifungen, die Schuldenbremse und die Pkw-Maut für Ausländer*innen - für all das waren Sozialdemokrat*innen mit verantwortlich. Die Pläne der CDU Berlin sind leider ebenso rückwärtsgewandt. Besonders in den aktuellen Zeiten haben die Berliner*innen keine Zeit für Stillstand. Wir brauchen eine fortschrittliche, progressive Politik für Berlin!
Mit dem Eingehen einer GroKo würde sich die SPD Berlin verpflichtet, Kai Wegner zum Regierenden Bürgermeister von Berlin zu machen. Wir halten Kai Wegner für dieses Amt für gänzlich ungeeignet. Er verfügt über keinerlei Erfahrungen in der Führung von Behörden und Verwaltungen. Das Land Berlin zu regieren, macht dies aber zu einer seiner Kernaufgaben. Für diese sehen wir ihn nicht gewappnet. Auch Kai Wegners Einstellungen machen ihn zu einem ungeeigneten Regierenden Bürgermeister. Er hat nachweislich Verbindungen zu rechten Querdenker-Vernetzungsgruppen. Selbst der Generalsekretär der CDU, Mario Czaja attestiert der Berliner CDU 2021 einen “riskanten Rechtskurs” und sagte, dass Kai Wegner näher an den Positionen von Hans-Georg Maaßen [sei] als an denen von Angela Merkel. Hans-Georg Maaßen soll mittlerweile nach immer weiteren klar rechten Aussagen aus der CDU ausgeschlossen werden. Für uns ist klar: Kai Wegner passt nicht zu einer offenen Weltstadt wie Berlin und er kann sie nicht regieren. Wer im Wahlkampf bewusst durch rassistische Erzählungen am rechten Rand fischt, kann von Sozialdemokrat*innen nicht zum Regierenden Bürgermeister gewählt werden.
Nach der Wiederholungswahl 2023 blieb das progressive Lager mit Abstand die stärkste Bündnisoption und die Wunschkoalition der SPD-Wähler*innen. Trotz der Möglichkeit, selbst die Regierende Bürgermeisterin zu stellen, sollen wir nun lieber als Juniorpartnerin einem CDU-Mann in die Senatskanzlei verhelfen. Das kommt einer völligen Selbstaufgabe des Führungsanspruches und des Wahlzieles gleich. Damit macht sich die SPD kleiner als sie ist und etabliert die CDU wieder als starke Kraft. Es ist hingegen nicht erkennbar, wie die SPD Berlin an der Seite der CDU zu neuer Stärke finden soll. Stattdessen ist wahrscheinlich, dass die mehrheitlich progressiv eingestellten SPD-Wähler*innen das Vertrauen darin verlieren werden, dass wir progressive Bündnisse nach Wahlen wieder anführen können und wollen. Wir befürchten, dass die SPD so wie in den 90ern über Jahre für CDU-Politik verhaftet, zukünftig als konservative Kraft begriffen wird und damit in die Bedeutungslosigkeit abdriftet. Wir haben Angst um nichts Geringeres als die Zukunft der SPD Berlin.
Wichtige Projekte der SPD-geführten Bundesregierung benötigen die Zustimmung des Bundesrats. Da die Länder im Bundesrat einheitlich abstimmen müssen und eine Enthaltung wie eine Nein-Stimme zählt, kann eine CDU-geführte Landesregierung alle Projekte der Ampel-Regierung blockieren. Zuletzt nutzte die Union diese Mehrheit, um eines der wichtigsten sozialdemokratischen Projekte - das Bürgergeld - massiv zu stutzen. Die derzeitigen Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat sind äußerst knapp, die anstehende Landtagswahl in Hessen könnte eine progressive Mehrheit etablieren. Eine GroKo in Berlin würde diese bis über das Ende der aktuellen Legislaturperiode im Bund verunmöglichen.
Es geht nicht nur um Spiegelstriche eines gemeinsamen Koalitionsvertrags. Es geht darum, gemeinsam in dieselbe Richtung gehen zu wollen. Das wollen SPD und CDU explizit nicht. Unsere aktuelle Zeit ist von vielen Krisen geprägt, die oft eine kurzfristige Reaktion notwendig machen. Dies zeigte sich in der Corona-Krise oder auch in der Energie- und Inflationskrise, die wir aktuell erleben. Diese Krisen fordern schnelle Einigungen und und Maßnahmen, die auch seitens des Berliner Senats ergriffen werden müssen. Die unterschiedlichen Prioritäten,Weltbilder und Richtungen, in die CDU und SPD diese Gesellschaft steuern wollen, werden diese schnelle Reaktion und die gezielte Entlastung massiv erschweren.Schnelle Hilfe in Krisenzeiten wird wahrscheinlich nicht mehr so schnell möglich sein wie bisher.
Bei Menschen U35 kamen CDU und SPD gemeinsam auf einen Stimmenanteil von 23,5 Prozent. Viele junge Menschen sind politisiert durch das Ziel, die CDU nach 16-Jahren Stillstand von der Regierungsbank zu kegeln. Die Union steht landesweit gegen die mehrheitlichen Vorstellungen einer ganzen Generation, die so progressiv und linken Vorstellungen so aufgeschlossen gegenüber steht wie keine Generation vor ihr. Die Abwahl der CDU auf Bundesebene hat viele aufatmen lassen. Daher ist das Unverständnis darüber, dass die SPD Berlin ohne Not das Schreckgespenst CDU wieder aus der Mottenkiste holt, sehr groß. Der Rückhalt der SPD bei jungen Menschen geht leider kontinuierlich zurück. Als Sozialdemokratie ist es daher eine unserer größten Herausforderungen, junge Generationen für uns zu gewinnen. Das wird insbesondere in Berlin nicht funktionieren, wenn diese glauben, mit einer Stimme für die SPD die CDU mitzukaufen. Wir werden nicht mehr glaubwürdig erklären können, dass wir für einen Gegenentwurf zur CDU stehen. Wenn wir diese Koalition eingehen, wählen junge Menschen beim nächsten Mal umso deutlicher linke Alternativen außerhalb der Berliner GroKo.
SPD und CDU stellen im Parteiensystem Deutschland gegensätzliche Pole dar. So steht die SPD als linke Volkspartei der CDU als konservative Volkspartei gegenüber. Die lange GroKo im Bund hat uns gezeigt, dass eine Aufweichung dieser Pole durch eine Zusammenarbeit in einer Koalition zu Schaden der SPD geht. Wenn die SPD als Junior-Partnerin eine solche Politik eingeht, macht sie sich zwangsläufig zur Steigbügelhalterin einer konservativen Politik. Dies geht immer mit der Gefahr einher, dass die SPD sich als linke Volkspartei nicht profilieren kann und somit weiter an Rückhalt verliert. Eine inhaltliche Annäherung an die CDU kann hier ebenfalls nicht das Ziel sein, da die SPD sich als linke Volkspartei im Parteiensystem somit selbst überflüssig machen würde.
Schwarz-Rot bedeutet in vielen Bereichen ein Rückschritt jahrelanger Erfolge von SPD und Zivilgesellschaft in unserer Stadt.
Ein Nein beim Mitgliedervotum ist ein Ja zu einer sozialen Zukunft für Berlin.